Obwohl erst Mitte Mai ist, kann ich eigentlich schon einen Großteil meiner Vorsätze für 2007 als erledigt betrachten.
Den Karnevalsbeitritt habe ich bis zu meiner nächsten großen Depression verschoben, neue Schuhe werde ich mir auch erst wieder zulegen, wenn wir in einem Ort mit befestigten Straßen wohnen – das gilt übrigens auch für das Projekt Autokauf. Bis auf den kompletten Austausch meines Kleiderschrankes habe ich somit alles erledigt.
Nun, der Vorsatz wäre also da, die Kreditkarte ist gezückt und der Wille ist unbändig. Einziges Problem: ich passe nirgendwo rein oder sehe in den Klamotten aus wie ein fettes, bemitleidenswertes Odobenus Rosmarus. Ich müsste also entweder anfangen zu kotzen, zu hungern oder zu operieren. Kotzen finde ich eklig, fürs Hungern esse ich zu gerne und vorm Operieren habe ich Angst.
Also reifte in den späten Wintermonaten bei mir der Vorsatz: Sport. Ein bisschen laufen hier, ein bisschen stretchen da und viel Wasser, Obst und Gemüse zu mir nehmen.
Leider bin ich zu intelligent für Sport. Mir fallen jedesmal spontan derartig gute Ausreden ein, warum es gerade heute leider nicht geht, dass ich sie selber glaube und den Sport damit Sport sein lasse. Das niedliche Gerätchen zum Körper formen wurde von den Kindern häufig als Kampfwaffe beim täglichen Bruderzwist verwendet, sodass ich es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, dass das Ding irgendwo herumliegt. Bei Obst und Gemüse siegen regelmäßig meine Mutterinstinkte: ich kann doch den armen kleinen Kerlchen nicht ihr gesundes Essen wegfuttern. Nur das Wassertrinken klappt und ich bin unheimlich stolz drauf.
Löst aber nicht mein Problem, mich von Kleidergröße 38 runterzubringen auf Kleidergröße 34. Straffende Ganzkörperwickel fielen mir dann noch ein, aber ich vermute, dass die unter knappen Sommeretwas recht seltsam aussehen und dass der Körpergeruch nicht wirklich gesellschaftstauglich ist.
Wenn ich also nicht in die Größe 34 reinpasse, dann wollte ich zumindest wissen, ob sich der Aufwand überhaupt lohnen würde. Also schleppte ich meine dünne Freundin M. in sämtliche Klamottenläden, weil ich wissen wollte, wie ich aussehen könnte, wenn ich 2 Kleidergrößen weniger hätte.
Halleluja – was bin ich froh!
Sie sieht in der momentanen Mode schwanger aus. Sie sieht damit dick aus. Sie sieht damit überhaupt nicht gut aus!
Also liege ich weiter faul und fressend am Sofa rum. Betrachte Obst und Gemüse als meine natürlichen Feinde. Zähle Treppensteigen zum Hochleistungssport und bedauere diese armen dürren Wesen, die gemessen an ihren Leiden nun nichtmal gut aussehen dabei!
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!
