Manchmal klarer, sehr oft gelber und hin und wieder auch grün-grauer Schleim windet sich mühsam raus und sucht seinen Weg in das Waschbecken.
Rotz!
Welche Erleichterung, wenn es draußen ist und welche Pein, wenn es drinnen bleibt.
Die Schwangerschaft mit meinen zwei Söhnen brachte mir nicht nur temporäres elefantöses Aussehen, eine halbe Nummer größere Schuhe und ein drei Zentimeter breiteres Becken – nein, die Hormone erweichten sämtliche Knorpelteile und ließen somit meine Nasennebenhöhlen annhähernd zuwachsen. So ein Mist, da geht von alleine gar nix mehr raus.
Also musste mother’s little helper her. Meine Nasendusche. Wir führen mittlerweile eine ziemliche intensive Beziehung. Soll heißen, dass wir zweimal täglich zueinanderfinden und ich inbrünstigs das Rotz aus mir rauswasche.
Diese Nasendusche ist aber nicht nur für mich etwas – nein, die ganze Familie nimmt daran Anteil: Sohn A. etwa findet den Vorgang so großartig, dass er sich immer mit dem aus der Nase rinnenden Rotz-Wasserstrahl seine Hände waschen möchte. P. möchte wissen, wo das Wasser hingeht, was es da alles mitbringt und warum ich dafür Salz verwenden muss. Und mein Mann, der liebt diese allabendlichen Schneuz-Aufzieh-Schleim Geräusche aus dem Badezimmer über alles.
Da ich mir nie sicher bin, ob nicht doch mal eine Ladung Gehirn mitgespült wird, gehe ich nach diesem Abendritual immer in die Kinderzimmer und versuche mich an die Namen meiner Söhne und ihre schlimmsten Verfehlungen des vergangenen Tages zu erinnern. Wenn der Test bestanden ist, dann gehen meine geräumte Nase und ich äußerst entspannt schlafen.
Bis es morgens wieder heißt: Wasser marsch!
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!
