23
Jul
2007

Als Bettina Friedrich Gulda…

von Bettina

…die Finger im Auto einklemmte.

gulda.jpg

Friedrich Gulda, geboren 1930 in Wien, war einer der besten Mozart- und Beethoven-Interpreten. Der als “schwierig” geltende Musiker, der seine Heimatstadt viele Jahre als Künstler gemieden hatte, erlangte aber nicht nur mit seinen klassischen Interpretationen Weltruhm, sondern auch als Jazz-Musiker. (3-Sat Online, 20.12.2005)

Im Jahr 1998 konnten wir diesen genialen, aber schwierigen Künstler für eine musikalische Darbietung zur ersten Europrix Verleihung im Technischen Museum in Wien gewinnen. Großartig. Ein international bekannter und anerkannter Musiker in unserer Produktion.

Mir kam die Ehre zuteil, Friedrich Gulda im Hotel abzuholen (mit Wagen und Chaffeur) und ihn wohlbehalten zur Verleihung zu bringen. Ich sollte ihn gut unterhalten, gut bei Laune halten und mich um sein Wohlbefinden kümmern, bis er wieder ins Hotel zurück gebracht wird.

Keine Schwere Aufgabe – mein unbekümmerter Charme hatte mir bis jetzt immer alle Herzen zufliegen lassen.

Der Fahrer und ich holten ihn also ab. Dass Friedrich Gulda mit seinen 68 Jahren doch schon etwas langsamer beim Einsteigen ins Auto ist, hätte ich vielleicht bedenken sollen, als er zu mir meinte: “Danke, ich kann schon noch selber einsteigen”.

Denn höflich wie ich nunmal bin, schloß ich seine Autotür.

Schwungvoll und mit Kraft, denn wer möchte schon vor einem noch lebenden Genie als schwächliches Wesen dastehen?

Oh. Mein. Gott.

Ich wusste schon in der Sekunde des Zumachens, dass es ein Fehler war. Friedrich Gulda schrie auf. Der Fahrer kam ums Auto gerannt. Mir wurde vor Angst schlecht – vor allem als Friedrich Gulda mich, völlig zurecht, anschnauzte:

“Sie haben mir die Finger eingeklemmt. Diese Finger sind Millionen wert. Und die sind nicht versichert. Sie ruinieren mich, wenn ich nicht mehr damit spielen kann.”

Ich hatte also einem weltbekannten Pianisten die Finger seiner rechten Hand in der Autotür eingeklemmt. Kann man machen – sollte man aber nicht!

Im Technischen Museum angekommen verlangte Gulda nur nach einem Klavier. Seine Finger würden nur funktionieren, oder sich erholen können, wenn er Klavier spielt.

Ein Kühlpad für seine lädierte Hand und 1 Stunde Dauerspielen am Klavier retteten mich letztendlich vor der Kündigung und einem lebenslangen Exilleben in Sibirien.

Komischweise wollte Friedrich Gulda an diesem Abend nicht weiter von mir betreut werden!

Demnächst folgt die Anekdote:

Als Bettina vor laufender Kamera bewußtlos umfiel.



3 Kommentare zu “Als Bettina Friedrich Gulda…”



  1. 1.    25. Juli 2007    08:43 Uhr

    :-))))))))) Danke! Habe ich köstlich amüsiert! LG Alexander


    Alexander

  2. 2.    25. Juli 2007    18:54 Uhr

    Ich liebe deine lustigen Geschichten :) Hab dich deswegen nun auch in meinen Blogroll aufgenommen!

    LG naddel


    Naddel

  3. 3.    11. September 2007    21:09 Uhr

    ich hab gulda mal die bloody mary versalzen und ihm einen hüstler entlockt ,-) -> hey, nice story!


    lokalreporter



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Besitzerin

Bettina S., 36 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 7 und A. 5 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!

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