Außenstehende haben von der Schweiz bisweilen den Eindruck, dass hier alles sauber und adrett, gemütlich und idyllisch und rechtschaffen und fleißig ist. Dieser Eindruck kann durchaus heftige Dämpfer erleiden, wenn man während eines Spaziergangs durch Bern bei strahlendem Sonnenschein plötzlich vor folgendem Plakat steht:

Meine Güte – und ich in meiner grenzenlosen Naivität dachte mir immer, dass solche radikalen Parolen und Plakate nur die DVU und NPD in Deutschland benutzt. Wohlgemerkt – die SVP ist keine kleine Regionalpartei. Sie bezeichnet sich selbst mit 85.000 Mitgliedern als wählerstärkste Partei der Schweiz.
Eine Verunstaltung des Wahlplakates mit Hakenkreuz und Davidstern rief gleich die empörten Funktionäre der Partei auf die Bildfläche, die sich von “einer solchen Interpretation natürlich vehement distanzieren”. Ja klar, wie kann man auch nur an sowas denken, bei der Thematik und dem schönen Plakat?
Das Plakat selber erinnert mich ein wenig an der Wahlkampf der FPÖ im Jahr 1996 mit dem Slogan “Wien darf nicht Chicago werden“. Blöd nur, dass Chicago zu diesem Zeitpunkt bereits eine der sichersten Städte der USA war. Aber mit der Legende von Al Capone ließ sich wohl schön die Angst schüren.
Kann man ja wohl nur hoffen, dass die Mitglieder der SVP sich nur mit den blökenden, leicht dümmlich dreinblickenden Schafen assoziieren und nicht auch solche sind.
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!

Und wenn es mir noch 358 Mal von allen Seiten eingetrichtert wird,
ich kann wirklich nichts rechtsradikales an der Forderung entdecken, kriminelle und vorbestrafte Ausländer auszuweisen.
Aber vermutlich kommt das deshalb, weil ich die rosarote Brille schon vor 25 Jahren abgelegt habe und Sozialromantik ein Fremdwort für mich ist.
DeepBlue
Na dann schauen sie mal da rein, wird sicher noch lustig.
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/27019651
Cary
zu erwähnen ist noch, dass auf den grossen Plakaten in der Stadt der Schriftzug: “Volksinitiative für die Ausschaffung krimineller Ausländer” fehlt
Kerstin
Ach du meine Güte – hoffentlich glauben die Schweizer dann nicht, dass wirklich die schwarzen “tierischen” Schafe die Schweiz verlassen sollen…?
Bettina
Was soll an diesem Plakat denn schlimm sein? Ich bin alles andere als eine FBÖ/BZÖ Anhängerin, aber ich denk mir, Gsindel haben wir eigenes genug, da brauch nicht auch noch importiertes. Sorry, wenn das hart klingt, aber es wär höchst an der Zeit der Realität mal ins eiskalte Auge zu sehen.
Gerlinde
ich habe keinen nazikomplex,stelle aber die gutmenschpolitik in frage !
wenn ich einen mitbewohner habe und er benimmt sich kriminell, schmeiss ich ihn hinaus.
damit ich mich aber beim anderen nicht genauso schuldig mache, überlege ich mir vorher ein menschenwürdiges konzept.
malediva
Der Ton macht die Musik!
“Kriminelle ausländische Mitbürger” ist mit Sicherheit ein Thema, das behandelt werden muss. Sachlich und mit allen nötigen menschenrechtlichen Facetten.
Denn mal ehrlich, sprechen wir bei “kriminellen Ausländern” vom Deutschen, der in Österreich eine Bank überfällt oder der mit 200 km/h über die Autobahn rast und dabei vielleicht einen tödlichen Unfall verursacht? Oder sprechen wir gemeinhin vom Türken, der Geldbörsel fladert, oder vom “Neger”, der Drogen vertickt und vom Jugoslawen, der Banken überfällt?
Der Ton macht die Musik.
Plakate, wie dass der SVP lösen keine Probleme, sondern schüren eine Angst gegen das Fremde, das Unbekannte.
Und denkt dran: Jeder ist Ausländer – fast überall!
Ich bin auch Ausländerin!
Bettina
im zeitalter der EU verliert die bezeichnung AUSLÄNDER immer mehr an negativer bedeutung. so wie du richtig schreibst-wir sind alle ausserhalb unserer heimat AUSLÄNDer.
dennoch glaube ich, dass niemand beim anschauen
eines solchen plakats an einen unfall,lausbubenstreich…denkt, der mit aller härte bestraft werden soll.vielmehr kommen mir gedanken , wie zum beispiel jene-als wir hörten , wie z.b. unser first class häfn in der steiermark (glaub leoben) der im ausland als “hotel mit wellness” angepriesen wurde.
du hast vollkommen recht, solche plakate lösen keine probleme–die sollten erst gar nicht entstehen.
menschen sind verschieden,ergo ihre töne!
aus einem misston kann auch korr. schöne musik werden.
ich schätze und geniesse deine beiträge sehr.
malediva
Furchtbar peinlich wie einige hier argumentieren. Was ist gegen Gutmenschentum einzuwenden? Ist Schlechtmenschentum besser?
Ösi in Hamburg
furchtbar peinlich wie hier………
Der Ton macht die Musik!
malediva
[...] 85.000 Mitglieder und bezeichnet sich damit als die wählerstärkste Partei der Schweiz (Quelle: Pappalatur). Meines Wissens nach liegt der Ausländeranteil in der Schweiz im Moment bei 20 Prozent. Was [...]
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Nur als Randnotiz: Die SVP warnt auch vor den deutschen Horden, die in die Schweiz zügeln und unter Einsatz ihrer Ellbogen und des Sprechens von Schriftsprache (schweizerisch für Hochdeutsch; darunter fällt aber eigentlich alles, was nicht Schweizerdeutsch ist, außer Bayerisch) den Armen Schweizerlein alles wegnähmen. Aber immerhin zahlen wir ja Steuern. Leider ist der unterhaltsame Blog eines Deutschen in der Schweiz nicht mehr online (http://www.blogbox.ch/2007/02/04/deutsche-aussperren-herr-blog-wiese-wird-was-zu-schreiben-haben/)
Preusse in Basel
Wird ja immer idyllischer in der Schweiz : Krawalle bei SVP-Marsch durch Bern
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Stefan
[...] 85.000 Mitglieder und bezeichnet sich damit als die wählerstärkste Partei der Schweiz (Quelle: Pappalatur). Meines Wissens nach liegt der Ausländeranteil in der Schweiz im Moment bei 20 Prozent. Was [...]
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