In meiner jetzigen Heimat meinem jetzigen Zuhause bin ich Ausländerin und an manchen Tagen fühle ich mich sogar wie eine Außeriridische.
Zum Beispiel dann, wenn ich beim Bäcker beim Anblick einer Butter-Quark-Tasche in Verzücken gerate und rufe:
Oh, diese Topfengolatsche hätte ich auch gerne.
Oder wenn ich meinen Söhnen Dinge erkläre wie:
Du musst fest auf die Blume blasen, dann fliegen die Samen davon. (Der Deutsche an sich pustet – blasen assoziiert man mit etwas anderem.)
Oder wenn mir die deutschen Wörter für alltäglich Dinge nicht einfallen und ich versuche diese zu umschreiben:
Ich brauche so einen Stoff, den man auf die Matratze legt. Nicht das zum Zudecken, sondern das zum Drauflegen. (österreichisch: Leintuch, deutsch: Bettlaken)
Das sind dann immer so Momente, wo mir vorkommt, als ob plötzlich ein Scheinwerfer auf mich gerichtet wird. Alle Menschen im Saal verstummen und starren mich an. Mir wächst dann plötzlich eine grüne Antenne aus meinem Kopf, meine Augen wachsen zusammen zu einem Auge und mein ganzer Körper wird grasgrün. Wenn meine Verwandlung ganz abgeschlossen ist, dann beginne ich zu singen:
Jawohl, ich werde überleben. Euch alle. Ich werde weiterhin lustige Dinge sagen, die ihr nicht verstehen könnt und ich werde weiterhin eine Österreicherin bleiben.
Jedem Land seinen Quoten-Außerirdischen – Brandenburg hat mich!
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!