Dialog im Dunkeln

In einer Welt der ständigen Veränderung ist man überglücklich, wenn manche Dinge sich einfach nicht ändern.
Darum liebe ich die Telekom.
Wir ziehen mit der Telekom zum Drittenmal um, und es ist genau so abenteuerlich schön, wie beim Erstenmal.
Folgende Aufgabenstellung beschäftigt die Deutsche Telekom seit Mitte November:
Etappensieg: Nach dem ersten Anruf liegt schon drei Tage später die Auftragsbestätigung vor. Leider ist das Datum einen Monat zu früh angegeben.
Also Anruf bei der Telekom.
“Bla, bla, bla alles bleibt so wie vereinbart, nur bitte nicht am 7.12.2007 sondern am 7.1.2008!”
“Kein Problem, wir kümmern uns darum! Sie bekommen in Kürze eine neue Auftragsbestätigung mit der Terminänderung zugesandt!”
Nix kam!
Am 6.12.2007 kamen in mir Zweifel auf, ob diese Terminänderung auch wirklich vorgenommen wurde.
Also wieder Anruf bei der Telekom.
“Bla, bla, bla – bitte nehmen Sie diese Änderung vor. Wir sind noch nicht in München und wir brauchen hier noch unser Telefon bis 7.1.2008”
“Kein Problem, wir kümmern uns darum! Sie bekommen dann eine neue Auftragsbestätigung mit dem neuen Termin in München zugesandt!”
7.12.2007 Kein Anschluß unter dieser Nummer…
Ein bisschen kokettiere ich ja mit den Eigenschaften einer überspannten, schusseligen, tolpatschigen, reizbaren, verwirrten, aber durch liebenswürdigen Person. Wahrscheinlich hoffe ich insgeheim die Hauptrolle in einer TV-Soap zu ergattern – würde solch ein Charakter doch wunderbar in eine Vorstadtserie passen.
Damit ich bis zu meiner Schauspieler-Entdeckung wirklich alle Facetten einer wahrhaftigen Vorstadtfrau kennenlerne war ich auf einer Kerzenparty.
Tupperparty und Bücherparty habe ich bereits erfolgreich absolviert, Dessousparties lehnte ich bislang immer ab – führen doch meistens die Frauen und auch Herren des Hauses die reizbaren Wäschestücke vor. Eine Facette, die man mit gutem Gewissen auch auslassen kann.
Besagte Kerzenparty kann ich durchaus als Grenzerfahrung werten. Schon bei Betreten des Hauses hüllte mich eine pudrig-süsslich-obstig-weihnachtliche Duftwolke ein. Hurra! Das war nicht bloß eine Kerzenparty, nein, es war eine DUFT-Kerzenparty.
Fortan wurde geschnuppert und geschnuppert und geschnuppert, während eine liebreizende Person wunderbare Kerzenhalteranwendungsbehältnisse vorstellte. Ein possierliches Rentierchen zum Beispiel, dessen Nase leuchtet, wenn man eine Kerze reinstellt. Ein Kerzenhalter, der schöne Weihnachtsmannmotive an die Wand projeziert brachte mich doch gleich auf die Idee, die erdachten Gespenster von P. kurzfristig real werden zu lassen.
Glühwein half mir von Schluck zu Schluck, mich in die Gedanken und Gefühlswelt der anwesenden Damen hinein zu versetzen. Doch so nach dutzenden Gläsern beschäftige mich nur noch ein Gedanke:

Wieviel Burgunder Wein würde in dieses Burgund-Glas passen? Müsste ich speiben, wenn ich das traumhafte Burgund-Glas dann leer trinken würde? Und wenn ja, würde ich mich wegen dem Wein, oder dem Glas übergeben müssen?
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!