von Bettina
Wollen wir heute mal über Brüste sprechen. Oder besser gesagt über die Verpackung dieser wunderbaren Fleischerhebungen. Jede Frau braucht einen BH. Die einen mehr und die anderen weniger. Und diejenigen, deren Brüste völlig ohne BH wie zwei kleine knackige Melönchen vollellastisch am Dekollte wogen, wollen wir einfach ignorieren.
Die normale, durchschnittliche Brustträgerin durchlebt mit ca. 13 Jahren das erste BH-Gespräch mit ihrer Mutter. Die Dialoge laufen quer durch Europa vermutlich gleich ab: “Mein liebes Kind, es ist an der Zeit, deine Brüste wogen zu erotisch, deine Nippel sind schön langsam zu sehen und überhaupt geht mir das alles zu schnell. Ein BH muss her. Blickdicht. Den Busen eng an den Körper schnallend. Und völlig unerotisch.” Auch wenn der Wortlaut nicht gänzlich stimmt, den Inhalt meinen bestimmt alle Mütter so.
So kam es, dass mein erster BH ein weißes Unding war, mit dem man höchstens einen betrunkenen, vollblinden, Traktorfahrer beeindrucken kann, einen gleichaltrigen, hormongeschwängerten Jüngling mit Sicherheit nicht.
Die weiteren Jahre bescherten mir dann eher sportliche Modelle, da es sogar in meinem Leben so etwas wie eine Sportzeit gab. Und ein hüpfender Busen schmerzt in etwa so, wie hüpfende Hoden – damit Männer nun endlich mal wissen, dass wir auch schmerzende Körperteile haben.
Anfang der Zwanziger, wenn die mütterliche Zucht weit weg ist und der Geldbeutel einigermaßen gefüllt, erfolgen die ersten Dessous-Versuche. Der Zweck dieser Wäsche ist eindeutig nicht im Zusammenhalten und Verbergen zu suchen, sondern eher in der reizvollen zur Schaustellung und der – oftmals leider dabei bleibenden – Vorstellung, wie Mann diese großartige, sündhaft teure Wäsche entdeckt und wie von Sinnen vom Leib reißt.
Den Lustjahren folgen eindeutig die spannendsten Jahre im Zusammenhang mit Brüsten. Das Brüten und vor allem das Stillen. Unglaublich welche BH-Größen man plötzlich kauft.
Nur zur Verdeutlichung der Größe: Kind 1 zog sich ein paar Wochen nach der Geburt von Kind 2 ganz verzückt den Still-BH auf den Kopf und verkündete: “Super, das ist jetzt meine Doppelmütze.” Sein Kopf hatte damals schon etwa 55 cm Umfang!
Still-BHs sind aber auch deshalb so faszinierend und einzigartig, weil sie vorne sehr praktische Schleusentore haben, aus denen man lernt, binnen Sekunden seine pralle Milchbrust rauszufischen und dem hungrigen Kind in den Mund zu stopfen. Wahre Stillgenies können das sogar während sie im Supermarkt an den Regalen entlangschlendern, um appetitliche Stilltees zu kaufen, ohne ihre Tätigkeit auch nur annähernd zu unterbrechen oder zu verlangsamen. Sollte in der Zeit der Mann auf die Idee kommen, diese Schleusentore für seine lustvollen Zwecke zu nutzen, wird er entweder vom Busen Größe 85 FF erschlagen, oder zieht sich ein monatelanges Ehebettverbot zu.
Hat man das Stillen dann endlich hinter sich und Mann darf gnädigerweise vielleicht auch wiedermal ran an die Lustobjekte Nr. 1 jeder Frau, dann stellt sich von Neuem das Problem: wie verpacke ich meine entmilchten Brüste am ansprechendsten.
Die alten BHs passen nicht mehr. Dafür ist zuviel passiert. Denn, waren die Brüste vor sechs Jahren noch einigermaßen formstabil für den Akt des BH-vom-Körper-reißen, so merkt man die Schwerkraft einfach unweigerlich und immer deutlicher. Folgendermaßen darf man auch nicht zu pushende, aufreizende und vortäuschende Büstenhalter kaufen, damit die Enttäuschung nicht zu groß wird. Wie in so vielen Dingen, ist in dieser Lebenszeit eindeutig der ehrliche, offensive Umgang mit dieser Thematik zu bervorzugen. Ändern kann es jetzt eh nur noch der Chirurg.
Egal ob der Busen groß oder klein, straff oder schlaff, jung oder alt – in all diesen unterschiedlichen BH-Jahren gibt es eine einzige Sache, die immer gleich bleibt. Die sich wie ein roter Faden durch das BH-Leben zieht.
Die Waschetiketten.
Man kann eigentlich davon ausgehen: je kleiner und zarter der BH, desto überdimensionaler das Etikett mit dem immer gleich bleibenden Wortlaut: Waschmaschine JA – Trockner NEIN.
Man sollte meinen, nach 20 Jahren BH tragen wüsste man, dass man die Etiketten entfernt, bevor man ihn trägt? Kann sein. Ich allerdings nicht. Und so stehe ich immer wieder irgendwo rum und fühle, wie mich langsam aber sicher ein kleines Stücken Etikett wund scheuert.
Im fortgeschrittenen Alter ist das unter Umständen aber auch gar nicht so schlecht. Lenkt doch das blutige, aufgekratzte Fleisch vielleicht vom leicht von Schwerkraft gezeichneten Busen ab?
von Bettina
Gestern, um Mitternacht, irgendwo in München.
Ein freundlicher Mann in Uniform winkt mich an den Straßenrand.
Polizist: “Guten Abend, Fahrzeugkontrolle. Woher kommen Sie?”
Ich: “Hallo. Ich komme aus dem – äh – hm – äh, ah ja aus dem Florida!”
P: “??? Aus welchem Satdtteil meine ich. Kommen Sie aus der Innenstadt?”
Ich: “Nun – puh – keine Ahnung, ich denke es ist in Schwabing?! Ha, jetzt fällts mir ein – in der Georgenstraße 48!”
P: “Aha! Haben Sie was getrunken?”
Ich: “Ja, ein Glas guten Rotwein!”
Ohne es wirklich zu wollen beginne ich zu lachen.
P: “Fahren Sie bitte dort ran, und kommen Sie mit ihren Führerschein und dem Fahrzeugschein zu mir!”
Schön langsam dämmert mir, dass ich ein wenig seltsam wirken muss. So eine Mischung zwischen betrunken, bekifft oder naturtrüb. Und dazu dann noch dieser Befehlston in Uniform. Sehr “lustig”. Leider entwickelt mein Zwerchfell in solchen Momenten ein unkontrollierbares Eigenleben.
P: “Blasen Sie bitte da rein, bis ich Stopp sage!”
Kicher, kicher, kicher
P: “Alles klar?”
Ich (kicher): “Ja, ja – ich habe das nur noch nie machen müssen.”
Inbrünstigst blase ich in dieses Kästchen und bin sehr enttäuscht wie leicht das geht. Im Fernsehen hat man immer den Eindruck, dass in den nächsten Sekunden ein Lungenkollaps droht…
P: “Stopp! OK – Danke! Gute Heimfahrt Frau S.”
Ich bleibe stehen und starre auf das Gerät – kichernd.
P: “Ist noch was?”
Ich: “Ja, ich hätte gerne gewußt wieviel ich habe!”
P: “??? 0,12 Promille”
Ich: “Aha – interessant.”
P: “Sonst noch Fragen oder Wünsche?”
Ich: “Nein das wäre es dann! Danke und schöne Nacht noch.”
P: “Danke. Und ihnen noch viel Spaß – aber den haben SIE bestimmt…”
Tja – irgendwie bin ich froh, dass er mich zu keinem Drogenscreening mitgenommen hat. Sehr berauschend so eine blasende Verkehrskontrolle…
von Bettina
München ist eine reiche Stadt.
Das merkt man schon an der Müllabfuhr. Woche für Woche flanieren orangegewandete Männer in Horden durch die Straßen, stellen Mülltonnen aller Art bereit und warten darauf, dass einige Zeit später der Müllwagen die Reste der Bewohner entleert. In Brandenburg funktionierte dieses Prozedere mit einem vollautomatisierten Müllwagen mit Ein-Mann-Besatzung und wenn die Mülltonne nicht korrekt ausgerichtet am Straßenrand stand, dann hatte man eben Pech und musste 14 Tage auf die neue Entleerung warten.
Auch die Münchner Verkehrsbetriebe lassen einen vermuten, dass München nicht vor Geldsorgen erdrückt wird. Ein paar Wochen nach Neuzuzug in die bayrische Metropole erhält man eine Mappe randvoll mit Infos rund um das Münchner Verkehrswesen. Zusätzliches Infomaterial fordert man dann gratis an und ertrinkt sodann in U- und S-Bahn Plänen, in Ratgebern für Reisen mit der Bahn ins Umland, Rundfahrten in der Stadt, etc.pp. Zusätzlich erhält man noch für eine beliebige Woche eine Gratis-Wochenkarte für alle Öffis für den Großraum München. An eine herzliche Begrüßung von auch nur irgendjemanden in Brandenburg kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.
Der zur Schau gestellte Reichtum der Münchner ist allerdings nicht immer so erfreulich. Ein wirklich ernst zu nehmendes Problem sind die Fahrzeuge der Münchner.
Entweder sind es Porsche, Ferrari, Maserati & Co, was zur Folge hat, dass man entweder flotten Schrittes die Straße überquert, oder Pech gehabt hat. Noch dazu sind Fahrer dieser Fahrzeuge prinzipiell unattraktiv, entsetzlich gekleidet und vermutlich auch impotent.
Am schlimmsten aber sind die Geländewagenfahrer, die mit ihrem Auto vermutlich noch nie einen Berg erklommen haben, dafür täglich die penibel asphaltierten Straßen der Villenviertel zum 200 Meter entfernt liegenden Bahnhof fahren.
Diese Autos sind so geräuscharm, dass man ihr Annähern von Hinten selten rechtzeitig bemerkt. Autos in Berlin & Umgebung röhren meistens. Oder scheppern. Oder Bremsen quietschen. Oder alles zusammen. Auf jeden Fall geben sie autospezifische Geräusche von sich, sodass man rechtzeitig weiß “Oh, Fahrzeug, Achtung, auf die Seite…”.
In München ist es bei dieser Erkenntnis meist schon zu spät. Was beim Gehen gerade noch an spontaner Bremsung möglich ist, wird beim Joggen ein wahres Abenteuer. Mittlerweile klopft mein Herz beim Laufen stärker wegen der Autos, als wegen meiner Anstrengung. Sehr bedenklich.
Seit gestern schleiche ich also nachts durch die Straßen und binde an die Autos hinten leere Blechdosen ran. Das sollte Abhilfe schaffen.
Tipps für Dosenrezepte oder Besitzer von wahnsinnig vielen leeren Dosen wenden sich bitte an: bettina[at]pappalatur[punkt]at.
Ich brauche wohl noch viele Dosen.