Im Grunde genommen liegt mir ja recht viel an meiner Familie und ihrem leiblichen Wohlergehen. Also versuche ich den gängigen Medien Glauben zu schenken und ernähre uns nicht nur von Fast-Junk-Fett-Food, sondern zaubere (fast) tagtäglich wohlschmeckende, frisch gekochte Speisen auf den Tisch.
Selbst bei der Auswahl der Zutaten bin ich kritisch: Äpfel aus China oder Trauben aus Argentinien kommen nicht auf unseren Tisch. Jeder Saison ihr Gemüse und Obst und alles wenn möglich aus der nächsten Umgebung oder zumindest den heimischen Landen.
In Supermärkten kaufe ich immer die Bio-Produkte, wohlwissentlich, dass die mit Bio nicht wirklich sonderlich viel am Hut haben. Es ist aber stärkt aber mein gutes Gewissen gegenüber Ökologie, Globalisierung, Weltfrieden und guter Kindererziehung und es sieht so verdammt sophisticated aus, wenn sich im Einkaufswagerl nur Bio-Produkte türmen, während das gemeine Fußvolk von nebenan die ganz gewöhnlichen Billigprodukte vor sich herschiebt.
Heute überkam mich dann die grenzenlos gutmenschliche Idee und ich wollte die Zutaten für unser heutiges Abendessen im Bio-Vollwert-Supertoll-Supermarkt kaufen:
- 1 Creme-Fraiche
- 400 Gramm Hühnerbrust
- 3 bunte Paprika
- 1 Salat
Schlechte Idee.
Musste doch die Familie am Abend bei Brot und Wasser darben, weil die Hausfrau zu geizig war, umgerechnet 28,90 € für ein Kilo Hühnerbrüstchen zu zahlen. Geschweige denn acht Euro für die restlichen drei Zutaten.
Mein Vorsatz, ab sofort nur noch in Bio-bio-bio-Läden einkaufen zu gehen war dadurch sehr schnell wieder von meiner Lebens-to-do-Liste gestrichen.
Der Kummer währte allerdings nicht lange. Stellte ich doch schon sehr bald fest, dass die biologischen Begleiterscheinungen wie Birkenstock und Selbstgestricktes eh nicht zu meiner Sommergarderobe gepasst hätten.
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!

Kommentar schreiben: