Ich wurde gestern in meinen Grundfesten erschüttert!
Behauptete doch glatt ein männliches Wesen, dass Männer an sich bei Frauen nicht auf die Schuhe schauen, weil diese ihnen egal seien.
Wie bitte?
Wozu dann der ganze Aufwand? Schon als kleines Mädchen ließ ich mir meine Füßchen nach japanischer Wickelkunst auf eine kleine, zierliche Form schnüren, damit ich nur ja in alle High-Heels dieser Welt passen würde. Sehr früh übte ich den graziösen Gang auf Stelzen, damit mein Dahinschreiten auch wirklich mondän und nicht trampelig wirkt. (Wobei meine Mutter noch immer gellend hinter mir herschreit “Mach doch kleinere Schritte und trampel nicht so, das sieht ja schrecklich aus…” sobald ich mich in Rock und hochhackigen Schuhen fortbewege.)
Apropo hochhackig. Mit 17 Jahren war ich stolz, als ich in Schuhen mit 2 cm Absätzen nicht umkippte – es war der Beginn einer langsamen, aber äußerst effizienten Absatzkarriere. Mittlerweile stolziere ich auf 10 cm durch die Gegend und kann dabei sogar noch lächeln!
Ich zähle zu Hause an die 30 Paar Schuhe (die zahlenmäßige Grauzone an Fehlkäufen und nicht tragbaren Schuhen bleibt unberücksichtigt ) – für jeden Anlass, jedes Kleidungsstück, jede Stimmungslage das richtige Paar. Ich würde mal sagen, im Laufe der Jahre ging dafür bestimmt der Wert eines sehr kleinen Kleinwagens über den Ladentisch.
Und dann kommt mir so ein Mann daher und sagt, dass euch das egal ist?
Na gut. Verkauf ich alle meine Schuhe halt. Die Birkenstockschlapfen sind sowieso bequemer.
Und das überbleibende Geld investiere ich in Reizwäsche. Das ist doch dann in eurem Sinne, oder? Blöd nur, dass man diese unter der Kleidung (die ich doch meistens in der Öffentlichkeit trage) nicht sehen kann – die Schuhe hättet ihr immer sehen können.
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!
