Archiv für November 2008

30
Nov
2008

s-lose Zeit

von Bettina

Sie ist wieder da!

Die s-lose Zeit.

Zu keiner anderen Zeit entlarvt man den Auslandsösterreicher einfacher als im Advent. Warum? Weil wir kein S verwenden.

Wir feiern heute den ersten Adventsonntag und stellen dafür einen Adventkranz auf mit Adventkerzen. Und morgen (wenn ich heute noch irgendwo einen kaufen kann) gibt es dann einen Adventkalender und A. darf das erste Adventkalenderfenster öffnen.

Und das alles ohne S.

Und trotzdem richtig.

Also liebe andersdeutschartigen Freunde. Korrigiert Menschen wie mich nicht. Ich würde das Wort Adventssonntag nie aussprechen können, ohne einen Knoten in der Zunge bekommen und daran zu ersticken.

Und das will doch hoffentlich nun wirklich niemand!




24
Nov
2008

Spagat

von Bettina

Ich habe einmal in meinem Leben einen Spagat probiert und bin kläglich damit gescheitert. Eine Zerrung der innenliegenden Sehnen war die Folge und das hämische Grinsen meiner Mitturnerinnen begleitete mich bis zum Schulaustritt.

Warum also ging gerade ich davon aus, dass mir der Spagat zwischen Job und Familie auf Anhieb problemlos gelingt?

Ohne gebührende Aufwärmphase vor einem solchen Kraftakt stürzte ich mich voll Enthusiasmus in die neue Lebensphase und landete unsanft. Diesmal schmerzen nicht die Muskeln sondern der Kopf. Mein Herz rast, meine Gedanken überschlagen sich und meine Beine tragen mich willenlos in rasendem Tempo von A nach B.

So fühlt es sich also an, der berühmte Wiedereinstieg ins Berufsleben. Rausgerissen aus dem kuscheligen, warmen Schoß der Familie, dem ich so sehr zu entrinnen versuchte in den letzten Monaten. Das kleine “homemade Universum” – das mich so einengte und mir die Luft zum Atmen nahm – plötzlich erscheint es wieder wertvoll. Ich sehne den Moment herbei, mit den Kindern zu Hause rumzukugeln und völlig sinnentleert die Stunden vorbeirinnen zu lassen.

Meine Spagaterfahrung mit 13 Jahren sollte mich ermahnen, das Tempo rauszunehmen. Sich langsam gewöhnen an das Neue. Keine Perfektion erwarten von Anfang an. Weiterhin der Zeit Raum geben, die man braucht, um bei sich selbst zu bleiben.

Ich bin gefordert, die ganze Familie ist gefordert und es ist genau die richtige Zeit, um Platz zu machen für einen neuen Abschnitt.

Und wer weiß, vielleicht schaffen ich und mein Luxuskörper nach genügend Wärmen und Dehnen dann ja auch noch den physischen Spagat.




15
Nov
2008

Opel

von Bettina

Eben hörte ich im Autoradio, dass Angela Merkel, vulgo Bundeskanzlerin der BRD, Opel zur Chefsache macht. Der Moderator meinte, dass Merkel sich persönlich um die Probleme bei Opel kümmern möchte.

Das finde ich gut.

Das finde ich richtig gut.

Darum habe ich ihr sofort geschrieben und hoffe, dass sie uns helfen kann:

Sehr geehrte Frau Merkel,

wir freuen uns sehr, dass Sie sich um die Opel-Probleme kümmern wollen.

Wir persönlich fahren seit rund 6 Jahren einen Opel Astra und haben ständig Probleme damit. Begonnen hat es mit einem defekten Steuermodul, dann wurde der Öldeckel kaputt und unser gesamtes Öl verpuffte ( was uns einen beinahe Kolbenreiber bescherte), dann verwehrte der Katalysator seinen Dienst und zu guter Letzt schluckt dieses niedliche Auto beinahe 11 Liter im Stadtgebiet.

Die Probleme sind mittlerweile behoben, dennoch würden wir uns freuen, wenn Sie sich um unseren Opel kümmern.

Unser Vorschlag: wir kriegen kostenlos einen neuen, größeren, besseren Opel und erzählen dafür niemanden, was für ein schlechtes, unökonomisches und grauenhaftes Fahrzeug so ein Opel ist!

Herzliche Grüße nach Berlin,

Bettina S




Besitzerin

Bettina S., 36 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 7 und A. 5 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!

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