von Bettina
23. Dezember, 13:34 Uhr, Supermarkt in Deutschland.
Das Handy einer mir unbekannten Frau klingelt.
Frau: Ja Hallo?
Handy: …
Frau: Du hast was?
Handy: …
Frau: Nochmal: Du hast den Postboten versäumt???!!!
(Die Stimme der Dame kippt unüberhörbar ins leicht hysterische)
Handy: …
Frau: Du solltest Dich um eine einzige Sache kümmern. Um EINE EINZIGE! Du solltest nur den Postboten abpassen, damit Du das Päckchen entgegen nehmen kannst. EINE EINZIGE Aufgabe für die ganze Weihnachtsvorbereitung!
(Das Brüllen wird immer lauter und vor meinem inneren Auge schrumpft der Mann zu Hause auf Gartenzwerggröße).
Hast du eine Ahnung wie lange man am 24. Dezember bei der Post anstehen muss, um ein Päckchen abzuholen. Ich habe ja sonst nichts zu tun.
Das Gespräch wird seitens der Frau eindrücklich beendet. Wutentbrannt und knallrot im Gesicht wendet sich dieses arme weihnachtsvorbereitende Familienchristkind an eine Heerschar anonymer Einkäufer und brüllt in der gleich Lautstärke weiter:
“Er sollte nur zu Hause auf den Postboten warten. Nur die eine Stunde die ich beim Einkaufen bin! Und was macht er? Er holt sich bloß mal schnell eine Zeitung vom Kiosk. BLOSS MAL SCHNELL. Ja wie lange glaubt er denn dass ein Postbote braucht, um ein Paket abzugeben? Drei Stunden? Ist ja nicht jeder so langsam wie ER!!!”
Stille im Supermarkt. Betretenes Schweigen. Einige Frauen nicken sehr verständnisvoll. Einige Männer schauen verstört und beschämt und vermutlich auch verängstigt auf den Boden.
In dieser Familie wurde an diesem Tag wohl kaum das Lied “Oh du fröhliche” angestimmt.
von Bettina
X: Hallo. Gut schaust Du aus!
Y: Danke, Du auch. Schön, dass wir uns mal wieder sehen.
X: Stell Dir vor am Weg hierher habe ich doch glatt einen Typen gesehen, der hatte eine Rose auf dem Kopf eintätowiert. Das sah so was von furchtbar aus. Und vor allem hat sein Schal von der Farbe her gar nicht zu der Tätowierung gepasst.
Y: Ih – das ist ja grauslich. Die Rosen von dem Blumenhändler da drüben sind übrigens die schönsten der Stadt. Kennst Du eigentlich den Film “Rosenbett” mit Christian Slater?
X: Ahhhh – ja der ist so wunderbar romantisch und die Wohnung von dem…! Der absolute Traum. Und erst der Dachgarten. Wenn mir ein Mann mit so einer Wohnung einen Heiratsantrag macht, dann heirate ich den auch wenn er aussieht wie Quasimodo.
Y: Wollen wir was essen, oder nur trinken?
X: Beides. Übrigens wenn Du wirklich mal heiraten willst, dann kenne ich eine super Location für die Feier. Da könnten wir auch so mal hingehen. Echt nett dort.
Y: Oh, da könnte ich dann mein rotes neues Kleid ausführen. Ich habe heute mein absolutes Lieblingskleid im Trockner leider auf T-Shirt Größe geschrumpft. Grausam. Vor allem, weil meine schwarzen Schuhe da so gut dazu gepasst haben.
X: Oh Du Arme. Du hast mein Mitgefühl. Wie lief eigentlich Dein Gespräch letzte Woche in der Arbeit?
To be continued…
von Bettina
X1: Hallo.
X2: Hallo.
X1: Na? Wie gehts?
X2: Danke. Gut! Und selbst?
X1: Ja, passt schon alles. Was sagst denn zu Hoffenheim?
X2: Ja Wahnsinn. Wer hätte das gedacht.
X1: Im Februar fahren wir schifahren.
X2: Schön. Wohin fahrt ihr denn?
X1: Nach Österreich. Wohin genau wissen wir noch nicht.
X2: Na dann. Viel Spass und vor allem Schnee.
X1: Ja Danke. Bis bald also. Wir könnten ja mal ein Bier trinken gehen.
X2: Ja. Gute Idee. Lass’ uns telefonieren. Ciao.
-Ende-