Die Benennung des weiblichen, gebärenden Wesens durch sein Kind ist sehr vielfältig.
Ich selbst nutzte in meinen Kindheitstagen den Namen “Mutti”. Eine sehr beliebte Bezeichnung im Österreich der 70er Jahre.
Jahre zogen ins Land und die Kinder werden moderner. Heutzutage wird man “Mama” gerufen, wobei die Intonation stehts nach Feueralarm klingt “Mamaaaaaaaaaaaaaaaaaaa”. Coole Teenies schleudern ihren uncoolen Müttern meistens ein “Mum” entgegen. Und erwachsene Pseudointellektuelle stellen ihre Gebärmaschine aus längst vergangenen Tagen sehr nüchtern als “meine Mutter” vor, was immer ein wenig so klingt wie “mein Staubsauger”.
Alles ist vertretbar.
Alles, bis auf “Mami”.
Mami ist hinterlistig und falsch. Hinter Mami steckt immer der Wunsch nach etwas Unerlaubten. Es fängt an mit Süssigkeiten und endet bei der Falschaussage gegenüber der Polizei. “Mamiiiiiiii, nur das einemal. Bitte!!! Ja???”
Aber selbst das ist noch vertretbar. Irgendwie. Spiegelt es doch die geistige Reife des Kinders wieder, auf friedliche Art und Weise seine Wünsche und seinen Willen durchzusetzen.
Wird hingegen das Wort “Mami” von Erwachsenen über Erwachsene in den Mund genommen, dann heulen die Alarmsirenen los.
“Das ist die Mami von P. und A.” Nein bin ich nicht. Ich bin die Mutter.
“Wir Mamis müssen zusammen halten.” Nein, müssen wir nicht. Ihr Mamis haltet zusammen und wir Mütter lästern dann über euch.
“Mami zu sein ist so wunderbar!” Nein, ist es nicht. Wir Mütter finden es manchmal auch einfach furchtbar nervend und anstrengend und blöd.
Und so muttere ich, Erzeugerin, Produzentin und Erzieherin von P. und A., also völlig mamifrei durchs Leben und warte tagtäglich darauf, dass Papiiii nach Hause kommt!
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!
