Die Babsi in Oberbozen ist wohl so etwas wie eine kulinarische Institution am Ritten, oberhalb von Bozen.

Fleißige Wandersleute die wir sind, verbrachten wir vier wunderbare Tage im südtirolerischen “Hochgebirge”, schleiften wiedermal gut gelaunte Kinder den Berg hinauf und hinunter und setzten zum wiederholten Male kulinarischen Highlights á la Eis und köstliche Nachspeisen als Köder ein.
Nach einer solchen erpresserischen Wanderung kehrten wir – die drohende ekelhafte Grausigkeit nicht ahnend – in “Babsis Pizzeria Gasthaus mit schöner Sonnenterrasse in Oberbozen” ein.
Schon nach kürzester Zeit erheiterte uns eine unglaublich verwirrte Kellnerin so sehr, dass wir uns jegliches Rahmenprogramm wie Fingerspiele, Reime erzählen oder Wettrülpsen getrost sparen konnten. Als wir nach über einer halben Stunde endlich auch essensmäßig versorgt wurden, war die Freude groß und jegliche körperliche Anstrengung vergessen.
Bis drei Bissen später das Unfassbare geschah.
Es war bräunlich, rund einen Zentimeter lang und verwirrte mein Auge, da es so gar nicht nach Spinatspätzle aussah. Genauer betrachtet entpuppte sich das braune Etwas als abgerauchter Zigarettenstummel.
Nun bin ich an sich ein sehr robuster und nicht schnell zum Ekel neigender Mensch. Aber das veranlasste mich dann doch zu Würgegeräuschen und einem entsetzten “Igitt! Was ist dass denn
Ekelhaftes!!!”.
Die Kellnerin war schnell herbeizitiert, ihre Ratlosigkeit schier unendlich und mit einem genuschelten “Ich sags dann mal der Chefin” zog sie von dannen.
Diese herbeigerufene Chefin – Babsi – erschien nach einigen Minuten mit den Worten “Es soll hier ein kleines Problem geben?”.
“Nein. Kein kleines Problem. In meinem Essen war ein Zigarettenstummel!”
“Nun. In meiner Küche raucht bestimmt niemand!”
So ging es weiter im Dialog. Unfreundlich, ohne eines Wortes der Entschuldigung, meinte sie, der Stummel könnte ja auch auf dem Weg zum Tisch reingefallen sein oder – quasi anstelle eines Aschenbechers – ja auch aus meiner Hand entwischt sein. Und überhaupt, sie hätte es ja selber gar nicht gesehen.
Ein eilends herbeigeeilter junger Mann – der Sohn, oder Kellner, oder Tellerwäscher – verbat mir dann noch rüde den Tonfall, der mittlerweile eine gewisse Schärfe erreichte, noch lange aber nicht mein verbales und tonales Reptertoire in Höchstleistung darbot.
Mittlerweile eilte uns eine niederländische Familie zu Hilfe, die die fulminante Babsi maßregelte und eine Entschuldigung für uns einforderte.
Der pfauchende Satz “Die Spinatspätzle müssen sie ja eh nicht bezahlen” vertrieb uns endgültig schnellen Schrittes aus diesem gastfreundlichen Lokal.
Wir stolperten in das nächste – wunderbar nette – Café (dessen Namen ist vor lauter Adrenalin leider vergessen habe). Die Kinder bekamen ihr wohlverdientes Eis und Muttern soff genoß schüttete trank einen doppelten Zwetschgenschnaps zum Abtöten sämtlicher Zigarettenstummel-Rest-Dinger in meinem Magen.
Fazit: eine derartige Gastunfreundlichkeit resultiert entweder aus “wir habens nicht nötig”, “in Oberbozen gibts sonst e nix anderes” oder purer, arroganter Dummheit – denn manche Dinge sprechen sich schneller rum, als einem lieb ist.
Zweites Fazit: mit einem Radler und einem doppelten Schnaps intus geht es sich sehr lustig den Berg hinunter :-)
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!

Wer ist da? Madras, Tamil Nadu arrived from facebook.com on “Pappalatur » Die Babsi in Oberbozen”. Also, du spionierst deinen Lesern aber kräftig hinterher :)
Gerald
Erinnert mich irgendwie an den Film “Brust oder Keule” mit Louis de Funes – wie dem Koch das Zigarettchen in den Strudelteig fiel :lol:
Rufus
Du könntest ihnen ja mal die Inspektoren von der Sanität vorbeischicken :-)
surfer
na wia geiigrauslig ischn hel?! hahahahaha
Gisela
Guten Tag, sicher war es nicht ein angenehmes Erlebniss, wie Sie aber aus den Komentaren erlautern koennen, haben Sie auch andere Moeglichkeiten (z.B. Sanitaet). Da es jetzt eine neue Geschaeftsfuerung gib, moechte ich Sie darauf hinweisen, Ihren Artikel zu entfernen. Ich wuerde mich allerdings ueber Ihren Besuch sehr freuen, sollten Sie wieder in der Umgebung sich aufhalten.
Mit freundlichen Gruessen
neue Geschaeftsfuerung