Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

12
Dez
2008

DKMS

von Bettina

Gestern erreichte mich ein Brief der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Es wären übereinstimmende Gewebemerkmale mit einem Patienten festgestellt worden und nun würden weitere Tests durchgeführt, ob ich mich als Spender eigne.

Das wäre dann wohl das großartigste Weihnachtsgeschenk meines Lebens, wenn ich mit einem kleinen Teil meines Körpers ein anderes Leben retten kann.

Eine Kleinigkeit, die Großes bewirken kann.

Umso erstaunter war ich, als ich auf deren Website las, dass sie stolze 1,8 Mio Lebensspender zählen. 1,8 Mio sind gerade mal 2,2 % der deutschen Bevölkerung. Das ist so unglaublich wenig. Wenig im Vergleich dazu, wie sehr manche Menschenleben davon abhängen.

Also los – lasst euch registrieren. Das tut nicht, kostet nix und für den Fall der Fälle, dass man als Spender in Frage kommt, lässt sich ein Nadelstich – wohin auch immer – wohl sehr gut aushalten.




10
Dez
2008

Pupsende Katzen

von Bettina

Ich war heute bei einer interessanten Veranstaltung – dem Social Web Breakfast. Es ging um Web 2.0 – im hier und jetzt und ein Ausblick auf 2009. Was geht? Was bleibt? Was kommt?

Vortragende unterschiedlicher Branchen referierten über ihre Ansichten, ihre Erfahrungen und ihre Visionen zum Thema Web 2.0. Durchgehend interessant und informativ.

Für mich teilweise auch bestätigend. Bestätigend, dass manche Entwicklungen und Trends nicht nur Segen sondern auch Fluch bedeuten können.

Twitter zum Beispiel. Wie ich heute erfahren habe, gehöre ich zu dem noch überwiegenden Teil der Bevölkerung, die Twitter nicht benutzen. Mir hat sich bis dato noch nicht die Sinnhaftigkeit erschlossen, Dinge sofort und en masse zu verbreiten. Die Tatsache, dass man soeben in den Aufzug einsteigt und in den 4. Stock fahren möchte, interessiert mich in etwa soviel, wie der berühmte, gefallene Sack Reis in China. Dass man Twitter durchaus sinnvoll nutzen kann, um zum Beispiel relevante Eilmeldungen schnell und an alle zu versenden, ist ein neues Wissen von heute und relativiert meine Meinung vielleicht um 2,5 %. Immerhin. Und während diese Informationen verbal den Anwesenden vermittelt wurden, saßen im Publikum einige Zuhörer und gaben über ihr Handy Gehörtes per Twitter weiter. Nun ja – würde mir das widerfahren während eines Vortrages – ich wäre echauffiert. Ein wenig zumindest. Wenn jemand spricht, dann hört man zu. Man kann sich auch gerne Notizen machen. Aber man daddelt nicht mit irgendetwas rum. Wie sehr wäre man enttäuscht, wenn im privaten Leben ein Zuhörer – während man ihm etwas erzählt – permanent auf dem Handy rumdrückt und einen keines Blickes würdigt?

Das Thema Blog im Allgemeinen und Unternehmerblog im Speziellen wurde auch angesprochen. Blogs sind super. Blogs sind großartig. Das hier ist ja auch ein Blog… Und dennoch ist es anstrengend zu glauben, dass jeder bloggen müsse. Dass jedes Unternehmen bloggen müsse und dass man ohne Blog als gänzlich zurückgeblieben gilt und die Zeichen der Zeit offensichtlich nicht erkannt hat.

Ist es nicht viel eher so, dass es immer schon neue Entwicklungen gab, die eine zeitlang als richtungsweisend galten, und dann sang- und klanglos in der Nichtigkeit versanken. Neue Trends kommen heute einfach viel schneller und sehr viele Trends entpuppen sich nach geraumer Zeit auch als große Seifenblase. Die Medien sind heute viel präsenter. Alles verbreitet sich in rasender Geschwindigkeit. Man muss einfach dabeisein. Mainstream ist plötzlich wieder cool und gefragt und must have. Man wird Mitglied bei Xing, StudiVZ, SchülerVZ, Facebook und im schlimmsten Fall der allgemeinen Unzugehörigkeit gründet man seine eigene Community zum Thema Hinterglasmalerei.

Über all das durfte ich heute unglaublich eloquent vor mich hin philosophieren.

Ich habe die sinnentleerten Blogs über pupsende Katzen angeprangert. Und ich habe mich darüber mokiert, dass die meisten Blogs langweilig und uninteressant sind. Und nun bin ich in der Bredoullie zu erkennen, dass mein augezeichnetes Blog letztendlich womöglich irgendwie genau in dieselbe Kategorie fallen könnte.

Ob pupsende Katze oder schlafendes Kind im Wasser – banal ist banal. Könnte man meinen.

Man könnte aber auch einfach sagen: ach Du meine Güte. Die ist aber witzig!

PS.: Könnte einer der aufmerksamen Videobetrachter mir erklären, was Social Wek ist?




07
Dez
2008

Schlaf, mein Kindlein

von Bettina

Kind P. ist ein besonderes Kind. Es ist sehr schlau, sehr redegewandt, sehr unmusikalisch, sehr wissbegierig. Und er kommt mit sehr wenig Schlaf aus.

Mit knapp 10 Monaten schmiss das niedliche Kindlein den Schnuller quer durchs Zimmer in weiser Vorraussicht, dass er nach dreimaligem Rumzuzeln einschlafen würde. Mittagsschläfchen hat er selbständig im zarten Alter von 15 Monaten abgelegt. Davor lautete die Devise: zwei Stunden brüllen, 20 Minuten schlafen. Im selben Alter erfand er das Spiel “Wache schieben im Elternbett”. Ein sehr beliebtes Ritual, das die Mutter nächtlich um mindestens drei Stunden Schlaf brachte, weil P. – frühreif, was das Sprechen anbelangt – elendslange völlig uninteressante Geschichten erzählte. (Keine Sorge um den Kindsvater, der schlief problemlos daneben die Nächte durch!)

Heute – vier Jahre später – beehrt mich P. durchschnittlich nur noch zweimal die Woche ab 5 Uhr und erklärt, er wäre dann munter und wolle mir nur ganz kurz was erzählen.

Heute endlich offenbarte sich uns des Schlafesrätsels Lösung.

Hallenbad, früher Nachmittag, kleines Becken, tausend Kinder.

P. entdeckt, dass man unter Wasser den Lärm gedämpfter wahrnimmt und legt sich fortan vertrauensseelig in meine Arme, um den neuartigen Klängen zu lauschen. Knappe 10 Minuten später dünkt mir, mein Kind schnarchen zu hören. Tatsächlich. Ringsum tobt die größte Wasserschlacht der Geschichte und P. liegt entspannt in meinen Armen im Wasser und schläft.

Um diesen Frieden auch in unseren heiligen Hallen zu wahren bin ich nun auf der Suche nach einem Taucheranzug älteren Baujahres:

In umgekehrter Anwendungsweise – Wasser rein und Schnorchel raus zum Atmen – sollte sich doch der gewünschte, sedierende Erfolg einstellen.




Besitzerin

Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!

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