Archiv für die Kategorie 'Deutschland'

07
Nov
2006

Berliner Schnauze II

von Bettina

… oder mein Sohn, der Tierfreund!

Heute wagte ich mich in ein gar “merkwürdiges” Viertel in Berlin zum Einkaufen. Sohn A. durfte sich auch mal seine Beinchen vertreten und lief herum. Stand doch da plötzlich eine Dame, gewandet in einen wunderbaren Tigerprint-Mantel.

Sohn geht zur ihr hin, krallt seine kleinen Fingerchen und faucht sie an. Na klar – ist doch ein Tiger.

Darauf hin besagte Dame: “Was soll das? Hör auf damit.”

Nachdem Sohn A. NIE hört, was man ihm sagt, fauchte er natürlich weiter!

Dame: “Jetzt hör auf damit, das ist unverschämt. Was willst du denn?”

Da schritt ich dann doch ein, denn weder spricht mein Sohn so, dass man ihn verstehen könnte, noch wollte ich, dass Tigerlilly ihn weiter anfaucht.

Nach meinem Kommentar “Nun, er denkt sie sind ein Tiger – er weiß ja nicht, dass wir nicht im Zoo sind!” rauschte sie schnaubend ab (vielleicht war es also doch ein echter Tiger gewesen?!)




06
Nov
2006

Berliner Schnauze

von Bettina

Ich weiß jetzt, was ne Berliner Schnauze ist!

Am 31.10. war Reformationstag – für die klerikal sehr verarmten Brandenburger dennoch Grund einen Feiertag zu begehen!
Wußte ich nicht, da Kind P. sowieso vom Kindergarten daheim war, Mann sowieso nach Berlin zum Arbeiten fährt und ich nicht jeden Tag um 08.00 Uhr in den Supermarkt fahre. Also was taten wir? Wir holten sämtliche zur Verfügung stehenden Gartengeräte raus und machten uns an die Arbeit:

Laub rechen
Rasen mähen
mit dem Laubsauger rumsaugen
den Gehweg reinigen
die Hecken stutzen

All’ diese emsigen Tätigkeiten wurden tatkräftig unterstützt durch Gekreische von Kind A. und Gebrüll und Gerede von Kind P.

Dann kam erschien der Nachbar!

Nachbar: “Hör’n se, wisse sie nicht, dass Feiertag is?”

ich: “Feiertag? Oh mein Gott, nein, das wusste ich nicht!!! Das tut mir leid entschuldigen sie”

Nachbar: “So’n Krach, det is ja ne Frechheit, wa? So wat Unverschämtes!”

ich: “Ich sagte schon, dass es mir leid tut – wir hören sofort auf. Wissen sie, ich bin Österreicherin, da gibt es heute keinen Feiertag! Und sie könnten das alles auch freundlicher sagen – ich mache das ja nicht absichtlich”

Nachbar: “Ich kann det sagen, wie ich will. Und ich war auch schon mal in Österreich!”

ich: “Schön, deswegen gibt es dort trotzdem keinen Feiertag heute!”

Nachbar: “Det können sie behaupten, aber det hier ist ne riesen Frechheit”

(…)

Tja – so lernt man seine Nachbarn kennen und die Berliner Schnauze!




22
Okt
2006

Ein hoher Preis!

von Bettina

Gleich vorweg sei angemerkt – ich rede hier nicht von Eltern, die arbeiten gehen müssen, um ihr täglich Leben bestreiten zu können. Denen gebührt mein größter Respekt, dass sie die Grätsche zwischen Eltern-sein und arbeitengehen meistern. Und ich rede nicht von den Eltern, die ihre Kinder morgens in den Kindergarten bringen und am frühen Nachmittag wieder abholen und in der Zeit machen was sie wollen (von a wie arbeiten bis z wie Zeitung lesen).

Ich rede vielmehr von den Eltern die im Luxusleben der Mittel- oder Oberschicht zu Hause sind und bei denen mehr oder weniger problemlos ein Elternteil für die erste Zeit (ich meine die ersten 2-3 Jahre) zu Hause bleiben könnte und dann Teilzeit arbeiten geht. Ich rede von der Familienkonstellation, wo einfach ein Teil zu Gunsten der Kinder auf Karriere verzichten sollte.

Im Kindergarten von Sohn P. sind Kinder, die um 07.00 Uhr morgens von der Tagesmutter gebracht werden und um 16.30 Uhr von dieser wieder abgeholt werden, weil die Eltern erst um 18.00 Uhr (wenns klappt…) von der Arbeit nach Hause kommen.

Da rotiert es in meinem Kopf! Wenn ich meine Kinder von 07.00 – 18.00 Uhr nicht sehen würde, dann würde ich sie genau 1,5 Stunden im Wachzustand erleben.

Ist es das was wir wollen?

Ist es das was unser aller Familienministerin Ursula von der Leyen anstrebt?

Durchgehende Betreuungszeiten, damit man ungestört seiner Karriere nachgehen kann? Flexible Einrichtungen, damit man den Anschluß nicht verliert? Betreuungsangebote für unter 3jährige, damit man nicht allzu lange zu Hause bleiben muss. Ganztagsschulen, damit auch ja alles erledigt ist, bevor das Kind nach Hause kommt.

Vermutlich bin ich altmodisch. Vermutlich bin ich zuwenig egoistisch. Vermutlich bin ich einfach nicht genug daran interessiert, Karriere zu machen. Vermutlich gibt es sehr viele Frauen, die da anders denken.

Die Frage ist nur, ob man dabei auch manchmal an die Kinder denkt!




Besitzerin

Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!

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