von Bettina
Das bin ich!
Ich bin die beste Freundin von Angelina Jolie.
Sie weiß es zwar noch nicht, aber wenn sie erstmal in Berlin wohnt, dann kommt sie um unsere Freundschaft nicht herum. Warum? Nun, es gibt zahlreiche Gründe.
Allen voran die Kinder:
- Unsere Kinder (zumindest ein Teil ihrer) sind im gleichen Alter.
- Meine Mutter hat in den 70iger Jahren kambodschanische Flüchtlinge unterrichtet. Ich habe in der Zeit viel mit den Flüchtlingskindern gespielt und könnte bei Jolie-Söhnchen Maddox aus meinem reichen Erfahrungsschatz “spielen mit Kindern, die ihre Heimat verlassen mussten” schöpfen.
- Bei Töchterchen Zahara käme mir zu Gute, dass ich schon mal mit Karlheinz Böhm zu tun hatte und er mir viel über Äthiopien erzählt hat.
- Den neuesten Sohn, Pax, würde ich regelmäßig zu Diavorträgen über Vietnam bei unserem Freund R. schleppen.
- Töchterchen Shiloh wäge ich bei Brad Pitt in besten Armen und denke daher, dass sie meiner direkten Hilfe nicht bedarf.
Und natürlich Angelina selber:
- Brad sorge sich um ihre Gesundheit, weil sie durch den Stress der vergangenen Monate so abgemagert ist. Kein Problem, meine österreichischen und schwäbischen Kochkünste haben bislang noch jedem Gast einige
unliebsame Kilos auf den Leib gezaubert.
- Ich kann Angelina in die hohe Kunst des Berliner Shoppings einführen. Ich kenne alle H&M-Filialen, im merkwürdigen Viertel zeige ich ihr den Restposten-Schuhladen und für die Einrichtung der neuen 400 qm Wohnung zeige ich ihr gerne Möbel Höffner, Ikea und für die ganz pfiffigen Sachen Nanu-Nana.
- Wenn Angelina mal die Schnauze voll hat von ihren Kindern und Brad Pitt, dann gehe ich mit ihr in ein total cooles Prenzelberg-Beisl, wir besaufen uns mit Berliner Pils und erzählen uns ganz tolle Frauen-Dinge.
Und Brad Pitt - man darf den armen Mann natürlich nicht vergessen:
- Er dürfte mich jederzeit auf seinem Motorrad als Sozia mitnehmen.
- Ich würde jederzeit mit ihm ein Bierchen trinken gehen und mir zur Not auch die eine oder andere Architektur-Geschichte anhören und ich würde ihm immer eine Schulter zum Anlehnen bieten.
Als Gegenleistung für all das möchte ich bitte nur die Privatnummer von George Clooney haben!
Titten – na dann schau ma mal…
von Bettina
…die Finger im Auto einklemmte.

Friedrich Gulda, geboren 1930 in Wien, war einer der besten Mozart- und Beethoven-Interpreten. Der als “schwierig” geltende Musiker, der seine Heimatstadt viele Jahre als Künstler gemieden hatte, erlangte aber nicht nur mit seinen klassischen Interpretationen Weltruhm, sondern auch als Jazz-Musiker. (3-Sat Online, 20.12.2005)
Im Jahr 1998 konnten wir diesen genialen, aber schwierigen Künstler für eine musikalische Darbietung zur ersten Europrix Verleihung im Technischen Museum in Wien gewinnen. Großartig. Ein international bekannter und anerkannter Musiker in unserer Produktion.
Mir kam die Ehre zuteil, Friedrich Gulda im Hotel abzuholen (mit Wagen und Chaffeur) und ihn wohlbehalten zur Verleihung zu bringen. Ich sollte ihn gut unterhalten, gut bei Laune halten und mich um sein Wohlbefinden kümmern, bis er wieder ins Hotel zurück gebracht wird.
Keine Schwere Aufgabe – mein unbekümmerter Charme hatte mir bis jetzt immer alle Herzen zufliegen lassen.
Der Fahrer und ich holten ihn also ab. Dass Friedrich Gulda mit seinen 68 Jahren doch schon etwas langsamer beim Einsteigen ins Auto ist, hätte ich vielleicht bedenken sollen, als er zu mir meinte: “Danke, ich kann schon noch selber einsteigen”.
Denn höflich wie ich nunmal bin, schloß ich seine Autotür.
Schwungvoll und mit Kraft, denn wer möchte schon vor einem noch lebenden Genie als schwächliches Wesen dastehen?
Oh. Mein. Gott.
Ich wusste schon in der Sekunde des Zumachens, dass es ein Fehler war. Friedrich Gulda schrie auf. Der Fahrer kam ums Auto gerannt. Mir wurde vor Angst schlecht – vor allem als Friedrich Gulda mich, völlig zurecht, anschnauzte:
“Sie haben mir die Finger eingeklemmt. Diese Finger sind Millionen wert. Und die sind nicht versichert. Sie ruinieren mich, wenn ich nicht mehr damit spielen kann.”
Ich hatte also einem weltbekannten Pianisten die Finger seiner rechten Hand in der Autotür eingeklemmt. Kann man machen – sollte man aber nicht!
Im Technischen Museum angekommen verlangte Gulda nur nach einem Klavier. Seine Finger würden nur funktionieren, oder sich erholen können, wenn er Klavier spielt.
Ein Kühlpad für seine lädierte Hand und 1 Stunde Dauerspielen am Klavier retteten mich letztendlich vor der Kündigung und einem lebenslangen Exilleben in Sibirien.
Komischweise wollte Friedrich Gulda an diesem Abend nicht weiter von mir betreut werden!
Demnächst folgt die Anekdote:
Als Bettina vor laufender Kamera bewußtlos umfiel.
von Bettina
Es verirren sich doch tatsächlich österreichische Kabarettisten nach Deutschland.
Diesmal Alfred Dorfer mit dem Programm “fremd” nach Berlin. Natürlich Pflichtprogramm für mich.

Das gute an Dorfer ist ja, dass nicht nur er unterhaltsam ist, sondern vor allem auch sein Doppelconferencier Günther “Gunkl” Paal. Die WirrSinnigkeiten von Gunkl bringen sogar Dorfer auf der Bühne zum Schmunzeln, während man selber mit einem riesigen Fragezeichen auf der Stirn dahockt und sich denkt: “Aha!”.

Allein schon in den ersten paar Sätzen die wohlvertrauten herrlichen österreichischen Klänge zu vernehmen, war die Anreise wert. Das Programm selber würde ich jetzt nicht als das beste seiner Kabarettnummern bezeichnen, war aber durchaus so unterhaltsam, dass ich auf meine äußerst dezente Art loswiehern konnte. Einige Pointen gingen leider so ein bisschen unter, weil Alfred Dorfer eine unglaublich nuschelige Aussprache an den Tag legte, die selbst waschechten Österreichern akkustische Probleme bereitete.
Den wichtigsten Satz des Abends haben wir aber Gott sei Dank astrein verstanden:
“Wer jeden Tag ein Schnitzel ist, der weiß nicht wann der Sonntag ist!”
In diesem Sinne – einen herzlichen Gruß an alle Pappalatur-Leser:
