In meiner jetzigen Heimat meinem jetzigen Zuhause bin ich Ausländerin und an manchen Tagen fühle ich mich sogar wie eine Außeriridische.
Zum Beispiel dann, wenn ich beim Bäcker beim Anblick einer Butter-Quark-Tasche in Verzücken gerate und rufe:
Oh, diese Topfengolatsche hätte ich auch gerne.
Oder wenn ich meinen Söhnen Dinge erkläre wie:
Du musst fest auf die Blume blasen, dann fliegen die Samen davon. (Der Deutsche an sich pustet – blasen assoziiert man mit etwas anderem.)
Oder wenn mir die deutschen Wörter für alltäglich Dinge nicht einfallen und ich versuche diese zu umschreiben:
Ich brauche so einen Stoff, den man auf die Matratze legt. Nicht das zum Zudecken, sondern das zum Drauflegen. (österreichisch: Leintuch, deutsch: Bettlaken)
Das sind dann immer so Momente, wo mir vorkommt, als ob plötzlich ein Scheinwerfer auf mich gerichtet wird. Alle Menschen im Saal verstummen und starren mich an. Mir wächst dann plötzlich eine grüne Antenne aus meinem Kopf, meine Augen wachsen zusammen zu einem Auge und mein ganzer Körper wird grasgrün. Wenn meine Verwandlung ganz abgeschlossen ist, dann beginne ich zu singen:
Jawohl, ich werde überleben. Euch alle. Ich werde weiterhin lustige Dinge sagen, die ihr nicht verstehen könnt und ich werde weiterhin eine Österreicherin bleiben.
Jedem Land seinen Quoten-Außerirdischen – Brandenburg hat mich!
Man nehme: Zwei dünne, vollbrüstige Weiber, zwei hässliche, flachbrüstige Bürschchen – lasse alle miteinander eine gewisse Zeit verbringen und schon hat man zwei g’standene, ansprechende Mannsbilder.
Diese Sendung hat so unglaublich viel Tiefgang und vermittelt soviel Feingefühl im Umgang mit erbärmlichen Mitmenschen – da wird einem ganz warm ums Herz. Meine Lieblingsstelle jeder Folge:
“Das ist Herbert, er ist 23 Jahre alt und hatte noch nie Sex!”
“Oooooch, nöööö, Meeeensch. (Schnute ziehen) Och der tut mir aber leid. Das ist ja schon… irgendwie… Scheiße!”
Ist es nicht verwunderlich, dass langbeinige, hohlköpfige Models so viel Ahnung von Psychologie haben? Dass sie die Sehnsüchte und Ängste ihrer Schützlinge so messerscharf analysieren können und dann auch sofort die richtige Lösung parat haben?
“Du, ich hatte noch nie in meinem Leben Sex. Mich schaut keine Frau an. Und eigentlich bin ich sowieso eine komplette Niete!”
“Ach Rolf, dass ist ja so superschade. Aber kein Problem, wir geben dir eine neue Frisur, neue Klamotten und dann siehst du wenigstens nicht mehr Scheiße aus!”
Ganz wunderbar finde ich auch die Tatsache, dass in dieser Sendung eine Randgruppe der anderen hilft. Nicht etwa weil die Models auch so hässlich wären, nein, die können dafür keinen einzigen geraden Satz sprechen.
Ein einzigartiges Migrationsprojekt also - radebrechend deutschsprechende Models dürfen sich der unansehnlichen deutschen Außenseiterjungs annehmen und gemeinsam fallen sie sich schlussendlich glückselig und neu gestylt in die Arme.
60 Lenze zählt er schon. Unsere steirische Eiche. Bis auf paar kleine Wehwehchen hat er sich ja eigentlich sehr gut gehalten.
Und wenn man bedenkt, wie seine Anfänge in good old America waren, dann ist es eigentlich als Weltwunder zu betrachten, dass er jetzt Gouverneur von Kalifornien ist.
Dieser grandiose erste Filmauftritt von Arnold Schwarzenegger im Film “Hercules in New York” aus dem Jahre 1970 bestärkt mich auf jeden Fall ungemein in der Hoffnung, doch nochmal als Topmodel entdeckt zu werden, oder gar als erste UNO-Generalsekretärin in die Geschichte einzugehen.
Bettina S., 33 Jahre, verheiratet mit einem Bayern, 2 Söhne (P. 6 und A. 4 Jahre), wohnhaft im Süden Deutschlands UND Österreicherin - mit Leib, Seele und was sonst noch dazu gehört!